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räsonnieren |
räsonieren |
Das Fremdwort räsonieren kann sowohl „sich wortreich [überflüssigerweise] äußern“ heißen als auch „darlegen, Schlüsse ziehen“. Umgangssprachlich wird es auch im Sinne von „schimpfen“ verwendet. Im Gegensatz zum französischen Ursprungswort raisonner wird das Wort mit nur einem n geschrieben.
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Rafinesse |
Raffinesse |
Ebenso wie raffiniert (falsch: „rafiniert“) wird Raffinesse für „Durchtriebenheit; Schlauheit“ mit zwei f geschrieben. Die häufige Falschschreibung ist möglicherweise auf eine Anlehnung an Finesse, das eine ähnliche Bedeutung haben kann, zurückzuführen.
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Rechtschreibereform; Rechtsschreibreform |
Rechtschreibreform |
Im Gegensatz zu Rechtschreibbuch, wo auch die Nebenform Rechtschreibebuch als korrekt gilt, ist für die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 nur die Schreibweise Rechtschreibreform richtig. Man spricht auch nicht, wie oft zu lesen, von der „neuen Rechtschreibreform“, sondern entweder von der „Rechtschreibreform“ (ohne Zusatz) oder von der „neuen Rechtschreibung“.  |
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redseelig |
redselig |
Wer redselig ist, redet gerne und viel, ist geschwätzig. Die Endung -selig hat hierbei nichts mit der Seele zu tun, sondern geht auf das althochdeutsche sälig = gut, glücklich; gesegnet zurück. Das zugehörige Substantiv lautet Redseligkeit.
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Reeling |
Reling |
Der Begriff für „Schiffsgeländer“ oder „Brüstung“ Reling schreibt sich nur mit einem e. Auch im Englischen heißt die Reling übrigens nicht „reeling“, sondern „rail“. Zu Reling gibt es zwei Pluralformen, Relings und Relinge.  |
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Referenz |
Reverenz |
Die beiden ähnlichen Wörter werden häufig verwechselt: Man erweist jemandem die „Reverenz“ (Ehrerbietung), nicht die „Referenz“ (Empfehlung).  |
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Reflektion |
Reflexion |
Das Substantiv Reflexion leitet sich von lat. reflexio = das Zurückbeugen ab, nicht vom Verb reflektieren. In beiden Bedeutungen, sowohl im physikalischen Sinne (z. B. Reflexion von Licht) als auch im Sinne des (selbst)kritischen Nachdenkens, wird Reflexion mit x geschrieben.
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Rendevous |
Rendezvous |
Das Rendezvous für „Verabredung; Stelldichein“ leitet sich aus dem französischen „rendez-vous“ ab, wörtlich „Trefft euch!“, von se rendre = sich [an einen bestimmten Ort] begeben. Mit „Rendezvous“ bezeichnet man auch ein Andockmanöver von Raumschiffen im Weltraum.  |
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rennomiert |
renommiert |
Das Verb renommieren ist eine Übernahme aus dem frz. renommer = „wieder ernennen oder erwählen; immer wieder nennen, loben, rühmen“. Während das selten verwendete Verb die eher negative Bedeutung „angeben; prahlen; großtun [mit]“ hat, wird das Partizip renommiert im positiven Sinn „angesehen; geschätzt; mit gutem Ruf“ gebraucht.  |
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Renntier |
Rentier |
Sicher, oft sind sie recht schnell unterwegs, die Rentiere, aber das Wort Rentier bezieht sich auf das Ren und hat mit rennen nichts zu tun. Man spricht in so einem Fall von einer „volksetymologischen Verknüpfung“.  |
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Reperatur |
Reparatur |
Das Wort leitet sich genauso wie das Verb reparieren von lat. reparare ab, zu parare = bereiten, gehörig einrichten. Das zugehörige Adjektiv lautet entsprechend reparabel bzw. irreparabel.
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repetativ |
repetitiv |
Mit dem Adjektiv repetitiv bezeichnet man bildungssprachlich etwas sich Wiederholendes, zumeist im negativen Sinne gemeint: eine ermüdende, repetitive Tätigkeit. Ebenso wie das englische Adjektiv „repetitive“ (= eintönig) und das Fremdwort repetieren (wiederholen) ist es auf das lateinische „repetere“ (re = wieder; petere = hingehen, aufsuchen, holen, verlangen) zurückzuführen. Die häufig anzutreffende Falschschreibung „repetativ“ rührt vermutlich daher, dass auf „...ativ“ endende Fremdwörter ungleich häufiger sind (z. B. „qualitativ“).
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Resourcen |
Ressourcen |
Im Gegensatz zum englischen resources schreibt sich das aus dem Französischen abgeleitete, zumeist im Plural verwendete deutsche Fremdwort Ressource bzw. Ressourcen mit zwei s. Ausnahme ist der aus dem Englischen übernommene Ausdruck „Human Resources“.  |
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Resumee; Resümé |
Resümee |
Das Fremdwort Resümee für „Zusammenfassung; Schlussfolgerung; Fazit“ kann entweder eingedeutscht Resümee oder in franz. Schreibweise Résumé geschrieben werden – letztere Schreibung ist vor allem in der Schweiz verbreitet. Mischformen aus diesen beiden Schreibweisen gelten als falsch.  |
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rethorisch |
rhetorisch |
Das zum Substantiv Rhetorik gehörende Adjektiv rhetorisch = die Redekunst betreffend wurde im 16. Jh. aus lat. „rhetoricus“ mit gleicher Bedeutung entnommen. Sehr häufig wird es in der Wendung „rhetorische Frage“ verwendet für eine Frage, die nur um der Wirkung willen gestellt wird, ohne dass eine Antwort erwartet wird.
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revangieren |
revanchieren |
Der Ausdruck revanchieren für a) „sich rächen“ und b) „sich mit einem Gegendienst / einer Gegenleistung bedanken“ wurde im 17. Jahrhundert zum französischen Verb revancher gebildet, das wiederum auf das lat. vindicare (= „gerichtlich in Anspruch nehmen; strafen; rächen“) zurückgeht.  |
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Rezession |
Rezension |
Aufgrund der Ähnlichkeiten in Klangbild und Schreibweise werden die Wörter Rezession und Rezension häufig verwechselt. Mit Rezession (von lat. recessio = das Zurückgehen) bezeichnet man einen Rückgang der Konjunktur, hingegen ist eine Rezension (von lat. recensere = sorgfältig prüfen) eine kritische Besprechung eines Buchs, eines Films oder (zum Beispiel auf Amazon) eines gekauften Produkts.
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Rhytmus; Rythmus |
Rhythmus |
Der Rhythmus, bei dem gerne das eine oder andere h weggelassen wird, leitet sich ab von lat. rhythmus < griech. rhythmós = Gleichmaß, eigtl. = das Fließen. Entsprechend auch: Rhythmik, rhythmisch.
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rot sehen |
rotsehen |
Das Verb rotsehen im Sinne von „die Beherrschung verlieren; wütend durchdrehen“ schreibt sich auch nach neuer Rechtschreibung zusammen: „Der Angeklagte sagte, er habe plötzlich rotgesehen.“ „Kein Grund, gleich rotzusehen!“ Aber: „Als er sie hinterging, sah sie rot.“
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Rückrat |
Rückgrat |
Aus der Kategorie: „Wie man es spricht, so schreibt man es wohl auch.“ Das Rückgrat birgt als zweiten Wortbestandteil den Grat – wie in der Bezeichnung für einen Bergrücken.  |