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Duden Schweizerhochdeutsch

duden_schweiz.jpgDas Birchermüesli kennt man auch in Deutschland, und beim Chäschüechli kann man mit etwas Fantasie noch darauf kommen, dass ein Käseküchlein gemeint ist. Doch was ist ein Brunsli, und was versteht man unter einem Fleischvogel?

Um die Eingangsfrage gleich zu beantworten: Ein Brunsli ist ein traditionelles Schweizer Weihnachtsgebäck mit Schoko und Mandeln, und ein Fleischvogel ist eine Art Rinderroulade. Doch nicht nur im kulinarischen Bereich kennen die Schweizer hierzulande wenig geläufige Ausdrücke, auch der allgemeine Wortschatz ist durchzogen von sogenannten Helvetismen: Ist jemand in der Schweiz gut drauf und ein angenehmer, fröhlicher Zeitgenosse, so nennt man ihn „aufgestellt“, und statt „etwaig“ gebrauchen die Schweizer „allfällig“, während „Allfälliges“ in einer Tagesordnungsliste auch einfach nur „Verschiedenes“ heißen kann.

Der vorliegende Dudenband „Schweizerhochdeutsch“ ist ein „Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz“, es geht also um Schweizer Varianten des Hochdeutsch und nicht etwa um das sogenannte Schweizerdeutsch, bei dem es sich um einen alemannischen Dialekt handelt. Herausgegeben wird das Wörterbuch in Zusammenarbeit mit dem Dudenverlag vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache (SVDS); als Autoren konnten die beiden renommierten Sprachwissenschaftler Hans Bickel und Christoph Landolt gewonnen werden, die beide auch als Redaktoren am verdienstvollen Schweizerischen Idiotikon tätig sind. Übrigens, bei „Redaktor“ handelt es sich nicht etwa um einen Tippfehler, sondern wiederum um einen Helvetismus: Als Redaktor / Redaktorin wird in der Schweiz der Redakteur / die Redakteurin bezeichnet.

Bewusst wird kein Vollwörterbuch vorgelegt, sondern das Nachschlagewerk beschränkt sich auf die Begriffe und Wörter, die „typisch schweizerisch“, also nur in der Schweiz so gebräuchlich sind. Neben dem Wortschatz des Schweizer Schriftdeutsch finden sich auch verbreitete umgangssprachliche Ausdrücke, etwa der Töff für ein Motorrad oder das Töffli für ein Mofa oder Moped. So ist der »Duden Schweizerhochdeutsch« als sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Dudenreihe zu sehen und kommt vor allem denjenigen entgegen, die beruflich Texte für eine Schweizer Zielgruppe zu schreiben oder zu bearbeiten haben. Ausführliche Hinweise zu Grammatik und Aussprache runden den mit Definitionen und Erklärungen versehenen, über 3000 Wörter großen Wortschatz sinnvoll ab.

Duden Schweizerhochdeutsch
Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz
Dudenverlag – Bibliographisches Institut, Mannheim; 2012
Broschiert, 96 Seiten

Julian von Heyl am 15.03.12 | Kommentare (2) | Visits: 7122

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Kommentare

1  C. Schaub

DER Töff ;-)

Geschrieben von C. Schaub am 15.03.12 16:58

2  Julian von Heyl

Hoppla! Danke, ist korrigiert!

Geschrieben von Julian von Heyl am 15.03.12 17:02

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