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Re: Komma zwischen Hauptsatz und Satzgefüge

Autor:Pumene
Datum: Mo, 22.2.2021, 19:22

> 1. „Er hat gesehen, dass sie gegangen ist und dann hat sein Telefon geklingelt.“
> 2. „Das Wetter war schlecht und obwohl sie keinen Regenschirm dabei hatte, ging sie nach draußen."

1.
Ich würde das Komma wahrscheinlich setzen, aber von der Logik der Satzkonstruktion her kommt mir es vor, als wäre es mit Satz zwei vergleichbar.

2.
Da braucht kein Komma hin:

https://de.wikipedia.org/wiki/Satzgefüge#Beispiel_4:_Weitere_Kombinationen

Beispiel 4: Weitere Kombinationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die genannten Verfahren der Einbettung und Koordination können in weiteren Weisen immer neu kombiniert werden, und so noch komplexere Sätze ergeben. Zu beachten ist allerdings, dass für den Begriff des Satzgefüges immer das Vorkommen von Nebensätzen verlangt ist. Daraus ergibt sich, dass eine Koordination von Nebensätzen, wie oben im Beispiel 2, zwar ein Satzgefüge ergibt, aber eine Struktur, deren Hauptzerlegung eine Koordination aus Hauptsätzen ist, zunächst nicht – ein Satzgefüge kann dann lediglich in einem der Teile enthalten sein. Beispiel:[4]

Ich habe sie oft besucht und wenn sie in guter Stimmung war, saßen wir bis spät in die Nacht zusammen.

Hier sind zwei Hauptsätze mit „und“ koordiniert (die Verben in der Zweitposition der jeweiligen Hauptsätze sind „habe“ und „saßen“). Der zweite Teil dieser Hauptsatzreihe ist seinerseits ein Konditionalgefüge, das heißt, im Inneren des zweiten Hauptsatzes ist an erster Stelle vor dem Verb ein „wenn“-Satz eingebettet.

> Es geht darum, ob die roten Kommas auch weggelassen werden
> können. Mir ist klar, dass man die Sätze stilistisch besser
> formulieren könnte. Im amtlichen Regelwerk habe ich dazu keine
> klare Antwort gefunden.
> Unter §74 E2 heißt es: "Wenn eine beiordnende Konjunktion
> wie und, oder (§ 72) Satzglieder oder Teile von Satzgliedern mit
> Nebensätzen verbindet, so steht zwischen den Bestandteilen einer
> solchen Reihung kein Komma. Gegenüber dem übergeordneten Satz
> sind die Teile der Reihung nur dann mit Komma abgetrennt, wenn
> der Nebensatz anschließt, nicht aber, wenn das Satzglied bzw.
> ein Teil eines Satzgliedes anschließt".
> In den oben genannten Beispielen verbindet das "und"
> aber jeweils einen vollständigen Hauptsatz mit einem Nebensatz,
> nicht "Satzglieder oder Teile von Satzgliedern mit
> Nebensätzen".

> Sind diese Fälle überhaupt offiziell geregelt? Wenn ja, wäre ich
> für einen Beleg sehr denkbar! :)

> P.S.: Ich komme auf diese Frage, weil das rot markierte Komma
> aus 1. in den Lösungshinweisen für ein Deutsch-Arbeitsheft
> (Gymnasium, 7. Klasse, Bayern) als optional bezeichnet wird und
> das rote Komma aus 2. in einer derartigen Satzkonstruktion in
> einem aktuellen Jugendbuch fehlt.

Gruß

Pumene

https://www.korrekturen.de/forum.pl/md/read/id/124119/sbj/haupt-oder-nebensatz/

Kleine Ergänzung:
Nach Dr. Bopp ist das Komma in einer Satzreihe, bei dem das „und“ einen Hauptsatz mit einem Satzgefüge verbindet, bei welchem der zweite Teil also mit „und“ und einer Nebensatzkonjunktion (bei Dr. Bopps Beispiel „und dass“ — das müsste meiner Meinung nach für „und als“ analog genauso gelten) beginnt, fakultativ, aber „sehr zu empfehlen“.
Du müsstest, wenn die Information von Dr. Bopp richtig ist, also gar kein Komma zwischen „Kunden“ und „und als er“ setzen.
https://blog.leo.org/2015/03/20/das-komma-vor-dass/
Das Haus brannte lichterloh, und dass das weit zu sehen war(,) und dass das jeder hörte(,) und dass das die Kinder freute(,) und dass das alles abbrannte, war allen bewusst.
Wird hier ebenso nur das erste Komma gesetzt und alle weiteren nicht? Ein Rest an Unsicherheit bleibt?? Ich wäre glücklich, wenn ich ganz sicher sein könnte ;o)
Viele Grüße
H. Schmidt
Dr. Bopp schreibt:
Juli 30, 2015 um 13:12
Ich würde die Kommas wie folgt setzen:
Das Haus brannte lichterloh, und dass das weit zu sehen war und dass das jeder hörte und dass das die Kinder freute und dass das alles abbrannte, war allen bewusst.
Das erste und verbindet einen Hauptsatz und ein Satzgefüge, das mit einem Nebensatz beginnt. Es ist zwar fakultativ, aber doch sehr zu empfehlen, weil es die Gliederung des Gesamtsatzes verdeutlicht. ...

 

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