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> 4. Nach dem zweiten Gedankenstrich steht ein Komma, wenn es auch
> ohne den eingeschobenen Zusatz stehen müsste ‹§ 77 E2›.
Nur dass es sich hier bei »diese Kooperation mit fremden Menschen« um keinen Zusatz handelt, sondern um das eigentliche Subjekt des Satzes, das »Es« ist lediglich ein Platzhalter!
Es ist ein ertragreicher Austausch – diese Kooperation mit fremden Menschen –, etwas, das uns heute vielfach abhandengekommen ist.
Alles ab »etwas« ist eine lockere Apposition, die mit Komma abzutrennen ist. Ob sie sich auf das direkt vorausgehende Subjekt bezieht oder als diskontinuierliche Apposition auf das weiter vorne stehende Prädikatsnomen des Satzes »ein ertragreicher Austausch«, ist mir nicht ganz klar.
Zweifel habe ich auch daran, ob man das »Es« hier als Korrelat bezeichnen kann, denn normalerweise stehen Korrelate ja als Stellvertreter für Nebensätze. Hier ist das Subjekt allerdings kein Nebensatz. Insofern stellt sich auch die Frage nach der Legitimität des ersten Satzzeichens (egal, ob Komma oder Gedankenstrich), denn bei »Es tönen die Lieder« und bei »Es spielet der Hirte auf seiner Schalmei« würde man ja auch weder Komma noch Gedankenstrich vor das in diesen Beispielen jeweils unterstrichene Subjekt setzen. Möglicherweise wird es in unserem Satz nur gesetzt, weil das Subjekt dann auch noch ausgeklammert hinter der rechten Satzklammer (hier also hinter dem Prädikativum) steht.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Expletivum#%C3%9Cberblick