korrekturen.de | Portal für Rechtschreibung

Cartoons

Kängurus und Delfine

Bekanntlich hat die Rechtschreibreform auch in der Tierwelt böse gewütet: Aus dem Känguruh wurde das Känguru, aus der Gemse die Gämse, und die Schreibweisen Delphin und Panther wurden durch die Varianten Delfin und Panter ergänzt. Der erste Beitrag unserer neuen Rubrik »Cartoons« beleuchtet die Folgen der Änderungen.

cartoon_kaenguruhs.jpg
Cartoon © Nico Fauser

Die neue Schreibweise »Känguru« wird seitens der Reformer damit begründet, dass es sich um einen Ausdruck aus der Sprache der australischen Ureinwohner handele und man auch andere exotische Tierbezeichnungen wie Gnu, Kakadu oder Emu ohne h am Ende schreibt.

Allerdings hat man das Känguru selbst zu dieser Namensänderung nicht befragt. Die Idee zum Känguru-Cartoon war denn auch die mögliche Konfrontation der Umsetzer der Rechtschreibreform mit einem Boxkänguru. Wobei es im Panthergehege durchaus noch gefährlicher werden könnte ...

Julian von Heyl am 02.10.09 | Kommentare (14) | Visits: 27393

Rubrik Cartoons:

In unserer Rubrik »Cartoons« widmen wir uns den eher belustigenden Aspekten der neuen Rechtschreibung, indem wir in Zusammenarbeit mit dem Cartoonisten Nico Fauser knifflige Zweifelsfälle unter ganz neuen Blickwinkeln visualisieren.

Wenn Sie bei neuen Einträgen in der Rubrik »Cartoons« benachrichtigt werden möchten, tragen Sie bitte hier Ihre E-Mail-Adresse ein:

Kommentare

1  Tom S. Fox

Mich stört, dass man "rau" jetzt auch ohne h am Ende schreibt. Das sieht irgendwie falsch aus.

Geschrieben von Tom S. Fox am 05.10.09 00:02

2  Julian von Heyl

Hast recht, in den Kreis der reformierten Tierbezeichnungen hätte ich noch den Rauhaardackel aufnehmen sollen.

Geschrieben von Julian von Heyl am 05.10.09 00:13

3  rrbth

... und den heulenden Schlosshund.

Geschrieben von rrbth am 05.10.09 16:04

4  alexgahr

Ehrlich gesagt finde ich das Wegfallen dieses nicht ausgesprochenen H am Ende ganz gut. Die deutsche Rechtschreibung ist so voller überflüssiger Buchstaben (d. h. die nicht gesprochen, sondern nur geschrieben werden), die es sowohl den Deutschen als auch den Deutsch Lernenden schwer macht.
Genauso: Wozu dieses archaische „h“ in „Apotheke“? Oder „Rhythmus“? Nur, weil es aus dem Griechischen kommt? Was nützt es einem, der korrekt Deutsch schreiben will, zu wissen, woher das Wort kommt, wenn er doch gar nicht weiß, wie es in der Originalsprache überhaupt ausgeprochen wird? Ich habe Griechisch studiert und finde die Originalwörter αποθήκη und ρυθμός ganz toll, aber was nützt das der deutschen Sprache, die keinen θ-Laut (wie englisches „th“) besitzt?
Ebenso bei „ph“ = f; es wird einfach „f“ ausgesprochen, warum dann nicht auch so schreiben? Altgriechische Aussprache kann doch eh (kaum) (k)einer (bzw. würde kaum einer hier anwenden).
Alle anderen Sprachen, die ich kenne (außer Englisch und Französisch, die genauso etymologisch sind, wie [noch] das Deutsche) haben (oder sind dabei) ihre Rechtschreibung der Aussprache angepasst (bzw. anzupassen).
„Sprache“ entwickelt sich nun einmal, und mit der gesprochenen, auch die geschriebene.

Geschrieben von alexgahr am 08.10.09 14:02

5  alexgahr

Entschuldigung; noch ein kurzer Nachtrag:
„Sieht irgendwie falsch aus“ ist meiner Meinung nach wirklich kein Argument! Das ist reine Gewöhnungssache, und wir alle wissen, ist der Mensch nun mal ein „Gewöhnungstier“. „Gibt“ hat man früher auch mit „ie“ geschrieben und heute beschwert sich auch niemand mehr darüber. Das passiert in allen Sprachen, mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Wenn sich nichts erneuern würde, schrieben wir ja auch immer noch so wie vor 200 Jahren.
Mit ein bisschen Interesse und Toleranz können wir alle aktiv an unserer Sprache mitarbeiten; sich aber nur zu beschweren oder Pseudoargumente wie „sieht irgendwie falsch aus“ heranzuziehen, geht meines Erachtens nicht auf den Grund der Problematik.

Geschrieben von alexgahr am 08.10.09 14:10

6  Tom S. Fox

Gez mach mal keinen Stress nich!

Geschrieben von Tom S. Fox am 08.10.09 14:49

7  rrbth

Wenn sich nichts erneuern würde, schrieben wir ja auch immr noch so wie vor 200 Jahren.

Durch die RSR sind wir auf dem besten Wege dorthin.

Geschrieben von rrbth am 08.10.09 15:49

8  Hannes

ik hof ir könt das lesen. so schreip man in 200 jar. bin mener zit voras.
hanes

Geschrieben von Hannes am 17.10.09 11:54

9  alexgahr

Das hört sich für mich jedoch eher nach „zurück zum niederdeutschen Ursprung" an... :P
Besten Gruß.

Geschrieben von alexgahr am 17.10.09 18:26

10  Gunnar

Ein Känguruh ist doch keen Guru!
Das Dehnungs-h zeigt doch an, dass dieser Tiername hinten lang gesprochen wird.
Bei der vermurksten Schreibung ist man versucht, den Namen falsch auszusprechen.

Übrigens müsste man, wenn man die Rechtschreibdeform kompromisslos anwenden wollte, auch Schu oder Ku oder Ru (poetisch für Ruhe) schreiben. Alles Andere verwirrt doch nur. Und die Ku macht dann nur noch mu, denn das Gras für das Vie ist ro und nicht gekocht. Das wusste schon der Scha von Persien. So, und jetzt ist endlich Ru im Schukarton. :D

Schöne Grütze,

Gunnar

P.S.: Das Dehnungs-h hat eine Oberlänge und bestimmt daher maßgeblich den optischen Eindruck, also die Wiedererkennung der betroffenen Wörter. Man hätte bei der RSR auch diesen Aspekt nicht vergessen dürfen, denn jeder Text wird nur einmal geschrieben, aber beliebig oft gelesen. Also sollte doch der Leser und nicht der Schreiber im Fokus des Interesses einer RS-Kommission stehen, oder?

Geschrieben von Gunnar am 24.10.09 16:43

11  mendax

...Wenn dann, "Schukatong"! ;D

Geschrieben von mendax am 23.02.13 10:37

12  Anonymous

In Wean sågat ma „Schuachschåchtel“!
Wir schreiben aber normalerweise nie, wie wir sprechen …

Geschrieben von Anonymous am 01.02.14 21:36

13  Hartmut

Hallo Herr von Heyl,

mir stößt folgende Formulierung ungut auf:

"[...] die Schreibweisen Delphin und Panther wurden durch die Varianten Delfin und Panter ergänzt."

Wurde der Delphin nicht vielmehr "um" den Delfin ergänzt?
Und zwar /durch/ die Reformer?

Frägt,
H.

Geschrieben von Hartmut am 20.04.16 14:07

14  Julian von Heyl

@Hartmut
Nein, in Verbindung mit "ergänzen" gilt beides als richtig, "durch" oder "um". Aber natürlich sollte man ein zweimaliges "durch" dann vermeiden.

Geschrieben von Julian von Heyl am 20.04.16 14:53

Schreiben Sie einen Kommentar:

Kommentar

*

*

 Ja  Nein

 Bei Antworten auf meinen Kommentar benachrichtigen


Die mit einem * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

Nutzen Sie bitte für Suchanfragen die Wörtersuche rechts oben im Kasten oder das obenstehende Google-Suchfeld. Mit der benutzerdefinierten Google-Suche wird die gesamte Website durchsucht.