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Der Horror mit den substantivischen Zusammensetzungen

substantivkomposita.jpgVerbindungen von und mit Substantiven und mehrteilige Substantivierungen werden groß- und zusammen- oder mit Bindestrich geschrieben. Doch in der Realität sieht das oft ganz anders aus. Im Folgenden lesen Sie, was richtig ist und warum – und welch Horror einen oft im Netz erwartet.

Die deutsche Sprache ist reich an substantivischen Komposita, sie machen einen großen Teil ihres Wortschatzes aus und sind auch eine ihrer Besonderheiten, da sehr einfach neue (auch vielgliedrige) Verbindungen gebildet werden können; auch Zusammensetzungen aus bereits bestehenden Komposita. Dabei sind sehr lange Verbindungen möglich, man denke etwa an die Donaudampfschifffahrtskapitänsmütze.

Bei Substantivkomposita bestimmt das letzte Wort den Sinn, die Deklination und das Genus. Wenn man die Reihenfolge tauscht, ergibt sich ein anderer Sinn: Vaterhaus oder Hausvater, Kuhmilch oder Milchkuh.

Wie eine Seuche breiten sich Wortzwischenräume in solchen Komposita aus. Es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein, dass sie nicht mehr verbunden geschrieben werden, obwohl das zwingend ist.

Man kauft heutzutage Luxus Uhren, geht ins Fitness Center, isst Wildschwein Braten, dreht Privat Videos und arbeitet Freitag Abend im Büro Gebäude. Geschäfte werben mit Kennlern Angeboten und zum Frühstück erblickt man Sommerblüten Honig.

Was mir und sicher vielen anderen in den Augen wehtut, scheint sich immer mehr durchzusetzen. Es dürften unter anderem ein diffuses Missverständnis der Rechtschreibreform (»man darf doch jetzt alles auseinanderschreiben«) und die gedankenlose Adaption von Regeln anderer Sprachen (insbesondere des Englischen) daran schuld sein, dass die deutsche Sprache hier nach und nach zerstückelt wird.

Dabei sind die einfachen Regeln der Zusammen- und Großschreibung eine unverzichtbare und wesentliche Grundlage: Die deutsche Sprache ermöglicht sehr kreative Wortbildungsprozesse, da bekannte Wörter oder Morpheme aufgrund ihrer Eigenarten schnell und relativ unkompliziert zu neuen Wörtern (welche noch nicht im deutschen Wortschatz etabliert sind und dementsprechend auch noch keinen lexikalischen Eintrag haben) zusammengesetzt werden können. Diese Zusammensetzungen werden auch »Ad-hoc-Komposita« oder »Ad-hoc-Wortbildungen« genannt. Sehr selten oder nur einmalig verwendete Wörter nennt man auch Gelegenheitsbildung oder Okkasionalismus (ein Wort, das jederzeit gebildet werden kann, aber nicht fester Bestandteil des Wortschatzes ist; auch: Gelegenheits- oder Augenblicksbildung). Aber auch für einfache Komposita, oft mit lexikalischem Eintrag, gilt: Man trifft sie immer häufiger mit Wortzwischenräumen an, als falsch geschriebene Fügungen bzw. Wortgruppen.

Der vermehrte Gebrauch und die Beliebtheit von Komposita im Deutschen erklären sich aus der weitgehend leicht zu bestimmenden Reihenfolge der Bestandteile und der damit verbundenen festen Bedeutung, der oft nicht nötigen genauen Bestimmung und Abstimmung der Beziehung der einzelnen Teile und der Möglichkeit, einfache Einheiten bzw. Teilwörter (Haus, bar, Un-) unkompliziert an- bzw. einzufügen.

Für Muttersprachler stellt das Zusammenfügen von Wörtern zu einem Kompositum meist kein Problem dar, denn Fugenlaute (etwa auch die Genitivendungen –s und –es) können oft nach Gefühl eingefügt werden. Es heißt Tagewerk, aber Tageslicht und Nachtlicht. Es heißt Kindergarten, Kindesentführung und Kindsmutter. Es gibt kaum generelle Regeln für die Bildung von Komposita. Lernt man Deutsch als Fremdsprache, müssen Komposita somit oft als Ganzes gelernt werden. Doch, eine grundlegende Regel lässt sich anführen, um auf das Grundthema zurückzukommen: Substantivische Komposita werden zusammen- oder mit Bindestrich geschrieben.

Hier ein Regelüberblick (unter Berücksichtigung der Regeln zur Groß- und Kleinschreibung):

1. Substantive

Substantive (auch Nomen oder Hauptwörter genannt) werden großgeschrieben.

Beispiele: Holz, Haus, Regen, Hund

2. Zusammensetzungen aus mehreren Substantiven

Zusammensetzungen aus mehreren Substantiven werden groß- und zusammengeschrieben.

Beispiele: Holztisch, Regenbogen, Eisschrank

Auch bereits bestehende Komposita können dabei erneut verbunden werden.

Beispiele: Reifendruckmessgerät (Reifendruck + Messgerät)

Dabei müssen teilweise auch Fugenlaute an den Wortgrenzen (Wortfugen) eingefügt werden oder ein Wort steht nur in seiner Stammform.

Beispiele: Reichstag (Reich + s + Tag), Kronprinz (Krone + Prinz)

Das zugrunde liegende Wort kann in der Einzahl oder in der Mehrzahl stehen.

Beispiele: Plastikgeschirr (Plastik + Geschirr), Eieruhr (Ei + Uhr)

Die Wörter in den Verbindungen können auch in ihrer Genitivform stehen.

Beispiele: Tageslicht (Tag + Licht), Bundesbank (Bund + Bank), Verbandskasten (Verband + Kasten)

3. Substantivierungen

Substantivierungen werden großgeschrieben. Substantivierungen sind substantivisch gebrauchte Wörter, die eigentlich einer anderen Wortart entstammen.

Beispiele: das Schwimmen (vom Verb schwimmen), das Schöne (vom Adjektiv schön), die Hässliche (vom Adjektiv hässlich)

4. Zusammensetzungen von Substantiven mit anderen Wörtern

Zusammensetzungen von Substantiven mit anderen Wörtern werden groß- und zusammengeschrieben, wenn sie insgesamt substantivisch ( als Substantivierung) gebraucht werden.

Beispiele: das Suppengrün (Substantiv + Adjektiv), das Tennisspielen (Substantiv + Verb)

Wenn der letzte Bestandteil ein Substantiv ist, dann liegt immer auch insgesamt ein Substantiv vor. Andere Bestandteile können dabei anderen Wortformen entstammen (Adjektiv, Verbstamm, Präposition, Partikel, Eigenname).

Beispiele: Gelbwurst (Adjektiv + Substantiv), Schwimmbrille (Verbstamm + Substantiv)

Wenn der letzte Bestandteil kein Substantiv ist, dann wird trotzdem zusammen- und großgeschrieben, wenn insgesamt eine substantivisch gebrauchte Verbindung vorliegt. Häufig weist ein bestimmter Artikel auf diesen substantivischen Gebrauch hin.

Beispiele: das Kartenspielen (Substantiv + Verb), das Menschenmögliche (Substantiv + Adjektiv), das Stelldichein (Verb + Pronomen + Adverb)

Wenn dies nicht der Fall ist, kann man die Substantivierung durch das probeweise Einsetzen eines Artikels erkennen.

Probe: So lange dauert es nicht mehr und (das) Kartenspielen ist ein toller Zeitvertreib.

5. Bindestrichschreibung

Die Bindestrichschreibung ist immer dann gefragt, wenn die substantivischen Komposita komplex sind (insbesondere bei mehr als zwei Bestandteilen) oder verdeutlicht bzw. gekennzeichnet werden soll, was gemeint ist. Dabei wird durch den Bindstrich verbunden, wenn insgesamt ein Substantiv oder eine substantivisch gebrauchte Verbindung vorliegt. Das kann zwingend so sein, wenn verschiedenartige Bestandteile voneinander abgegrenzt werden müssen – oder fakultativ (nach eigenem Ermessen), wenn sie als stilistisches Mittel oder zur Verdeutlichung benutzt werden. Einzelne Bestandteile können dabei auch kleingeschrieben werden.

Wenn drei gleiche Buchstaben zusammentreffen, kann durch Bindestrich getrennt geschrieben werden und bei Zusammensetzungen mit Abkürzungen, Einzelbuchstaben und Ziffern steht ebenfalls ein Bindestrich. Als Nomen verwendete erweiterte Infinitive schreibt man mit Bindestrichen, wenn sie aus mehr als zwei Teilen bestehen.

Beispiele: das Dicke-Wälzer-Lesen, das In-der-Mikrowelle-Aufwärmen, der Kaffee-Ersatz, S-Kurve, das In-der-Nase-Bohren (aber: das Kaffeetrinken, da dieser erweiterte Infinitiv nur aus zwei Teilen besteht), das Zugrunderichten oder das Zu-Grunde-Richten (die zugrunde liegende Wortgruppe kann fakultativ in zwei oder in mehreren Teilen geschrieben werden).

Das Trennen von substantivischen Verbindungen durch Bindestriche kann nötig sein, um das Gemeinte klarzustellen.

Beispiele: das Musiker-Leben, das Musik-Erleben, das Druck-Erzeugnis, das Drucker-Zeugnis

Nicht substantivische Wörter oder Einzelbuchstaben, wenn sie am Anfang einer Zusammensetzung stehen, die als Ganzes die Eigenschaften eines Substantivs hat, werden ebenfalls großgeschrieben und mit Bindestrich verbunden.

Beispiele: das In-den-Tag-hinein-Leben, der Trimm-dich-Pfad, die S-Kurve

Wenn einzelne Bestandteile bereits mit Bindestrich geschrieben werden, gilt die Bindestrichschreibung auch für das gesamte Kompositum.

Beispiele: A-Dur-Tonleiter, S-Kurven-Strecke

Abkürzungen sowie zitierte Wortformen und Einzelbuchstaben und dergleichen bleiben in mehrteiligen Substantivierungen unverändert, können dann also auch am Anfang der mehrteiligen Substantivierung bzw. des mehrteiligen Substantivs kleingeschrieben werden. Einzelbuchstaben als Bestandteil werden ebenfalls großgeschrieben, soweit nicht gerade auf die Kleinschreibung Bezug genommen wird.

Beispiele: Der i-Punkt (der Punkt auf dem kleinen i), der pH-Wert, der dass-Satz, das a-Moll (vom Ton a), das C-Dur (vom Ton C)

Beispiele: die x-Achse (x = die eine bestimmte Zahl repräsentierende Unbekannte in einer Gleichung aus der Mathematik), jeder x-Beliebige (abgeleitet von x-beliebig, auch hier ist die mathematische Unbekannte gemeint)

Beispiele: s-Kurve oder S-Kurve (fakultativ, da die Form eines großen oder kleinen s gemeint sein kann; das gilt dann auch für adjektivische Fügungen: s-kurvig oder S-kurvig)

Beispiele: die T-Form (groß, wenn – wie in der Regel – gerade die Form des großen T gemeint ist)

Beispiele: O-Beine / X-Beine (Hier ist die Großschreibung geboten, weil die Form des großen und des kleinen x bzw. o kaum zu unterscheiden ist und dann nach den Regeln in substantivischen Fügungen auch Einzelbuchstaben großgeschrieben werden. Bei adjektivischen Fügungen steht dann aber auch eher der kleine Buchstabe – o-beinig, x-beinig –, wobei auch die Großschreibung möglich ist, wenn man auf das zugrunde liegende Substantiv Bezug nimmt: O-beinig, X-beinig.)

In Ziffern geschriebene Zahlen werden nach der neuen Rechtschreibung bei allen Zusammensetzungen vom Rest des Wortes abgesetzt.

Beispiele: der 8-Pfünder, der 27-Tonner, der 31-Jährige

Nur Suffixe werden weiterhin ohne Bindestrich angeschlossen.

Beispiele: der 68er, die 80er-Jahre

Teilweise muss man unterschieden, ob ein Wort attributiv oder als Substantivierung gebraucht wird bzw. ob man einen Begriff als Fügung oder Kompositum begreift.

Beispiele: die Achtziger (großgeschrieben, wenn es als Substantivierung gebraucht wird, aber kleingeschrieben, wenn es attributiv verwendet wird: Eine achtziger Briefmarke)

Beispiele: Die achtziger Jahre / die Achtziger-Jahre; 80er Jahre / 80er-Jahre (hier sind beide Schreibweisen möglich, je nachdem, ob man ein substantivisches Kompositum oder eine Fügung aus attributivem Adjektiv und Substantiv verwenden möchte. Die Bedeutung unterscheidet sich hier jedoch nicht.)

Der Bindestrich wird zwischen allen Teilen von Wortzusammensetzungen verwendet, die Aneinanderreihungen oder Wortgruppen enthalten.

Beispiele: Das Entweder-oder (Aneinanderreihung), die Augen-Hand-Koordination (Zusammensetzung mit Aneinanderreihung), der De-facto-Anschluss, der Tour-de-France-Start (Zusammensetzungen mit Wortgruppe), der Vitamin-C-Komplex, die 50-Cent-Münze (auch bei Zusammensetzungen mit Wortgruppen mit Einzelbuchstaben und Ziffern)

6. Eigennamen

Für Eigennamen gelten besondere Regeln.

Bei Zusammensetzungen aus zwei Namen sowie bei Zusammensetzungen, in denen der zweite Teil ein Name ist, setzt man einen Bindestrich.

Beispiele: Frau Leutheusser-Schnarrenberger, Huber-Rosi, Foto-Meier

Amtliche Regeln können von den hier genannten Grundsätzen abweichen. Auch bei der Namensgebung von Geschäften oder Ähnlichem wird der Bindestrich oft nicht gesetzt (Foto Meier) – häufig spürt man dabei das meist auf Schildern verewigte mangelnde Sprachgefühl (man denke auch an den so beliebten Apostroph).

Wenn eine Zusammensetzung mit einem Eigennamen nicht mehr ein Eigenname, sondern eine allgemeinere Bezeichnung ist, wird zusammengeschrieben.

Beispiele: Meckerfritze, Zappelphilipp, Heulsuse

Geografische Eigennamen werden grundsätzlich mit Bindestrich verbunden.

Beispiele: Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Hamburg-Altona

Von dieser Regel wird aber häufig abgewichen.

Beispiele: Neubrandenburg, Weißrussland, Grindelwald

Als Anhaltspunkt für die Zusammenschreibung können die folgenden Bestandteile gelten:

Nord/Süd/West/Ost (Nordspanien, Westeuropa, Südschwarzwald, Westindien, Ostberlin)

Mittel (Mittelfranken, Mittelamerika)

zentral (Zentralafrika, Zentralamerika)

ober/unter (Oberammergau, Unterschleißheim)

nieder/hinter/vorder (Niederösterreich, Hinterindien, Vorderrhein)

Immer getrennt geschrieben wird, wenn der erste Bestandteil St., Sankt oder Bad ist. Auch dann, wenn es sich beim folgenden Eigennamen um eine Zusammensetzung mit Bindestrich handelt.

Beispiele: Bad Harzburg, Sankt Peter-Ording

Zusammensetzungen mit einfachen Eigennamen an erster Stelle werden meistens zusammengeschrieben. Wenn der Name besonders hervorgehoben werden soll oder wenn der Name vor einem zusammengesetzten Wort steht, kann ein Bindestrich verwendet werden.

Beispiele: Achillesferse, Amazonasmündung / Amazonas-Mündung, Schubertlieder / Schubert-Lieder, Donauschifffahrt / Donau-Schifffahrt, Hesse-Jubiläumsausgabe / Hessejubiläumsausgabe (Man beachte die verschiedenen möglichen Betonungen, die deutlich machen, dass es sich genau um diese Mündung, Lieder und so weiter handelt. Bei Achillesferse ist diese wechselnde Betonung auch möglich, da man aber die Achillesferse und nicht die Ferse von Achilles meint, macht die Trennung durch Bindestrich keinen Sinn. Siehe dazu auch weiter oben die Ausführung zu allgemeinen Bezeichnungen mit Eigennamen.)

Zusammensetzungen mit mehreren oder mehrteiligen Eigennamen an erster Stelle schreibt man mit Bindestrich.

Besipiele: Goethe-Schiller-Denkmal, Sankt-Johannes-Kirche, Rio-de-la-Plata-Mündung

Namenszusätze wie von, van, de, da schreibt man innerhalb einer Zusammensetzung klein (Rosa-von-Luxemburg-Straße), am Anfang eines zusammengesetzten Nomens groß (ein Van-Gogh-Gemälde) und am Anfang eines zusammengesetzten Adjektivs klein (da-Vinci-artig, de-Gaulle-treu).

Ableitungen von Namen mit Bindestrich schreibt man ebenfalls mit Bindestrich.

Beispiele: Rheinland-Pfälzerin, Alt-Wiener

Ableitungen von mehreren oder getrennt geschriebenen Namen schreibt man mit Bindestrich. Ableitungen mit -er und bei Personenbezeichnungen auch die weibliche Variante (-erin) können auch ohne Bindestrich geschrieben werden.

Beispiele: Karl-Marx’sche Lehre, Costa-Ricaner / Costa Ricaner, New-Yorkerin / New Yorkerin

7. Substantive aus anderen Sprachen

Substantive aus anderen Sprachen werden nur dann so wie in der Ursprungssprache geschrieben (also etwa klein und auseinander), wenn sie als Zitate stehen. Ansonsten werden sie großgeschrieben, und auch fremde Komposita werden in der Regel wie heimische Komposita zusammen- oder mit Bindestrich (etwa bei Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben, genau wie bei deutschen Verbindungen) geschrieben. Das gilt auch für Verbindungen mit deutschen und fremdsprachlichen Bestandteilen.

Beispiele: der Drink, das Bike, der Bulldozer, das Teamwork, der Worldcup, der Folksong, das Brainstorming, die E-Mail, der Bestseller, die Lernsoftware, das Direktmarketing

Bei mehrteiligen Substantiven bzw. Substantivierungen kann oder muss jedoch oft die Getrennt- und/oder Kleinschreibung erhalten bleiben, wenn es sich nicht um klassische Verbindungen aus zwei Substantiven oder Substantiv und Verb handelt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Ausdrücke so nicht im Deutschen stehen würden (Beispiel: nachgestelltes Adjektiv). Der erste Bestandteil wird dabei aber immer großgeschrieben. Wörter werden auch im Innern mehrteiliger fremdsprachiger Fügungen, die als Ganzes die Funktion eines Substantivs haben, großgeschrieben, wenn es sich dabei um Nomen handelt.

Beispiele: das Cordon bleu, der Status quo, das Eau de Parfum, die Ultima Ratio, das Corpus Delicti

Nur in fremdsprachlichen adverbialen Wendungen werden auch Nomen kleingeschrieben und die Fügungen (Wortgruppen) bleiben getrennt.

Beispiele: a cappella, à discrétion, coram publico, de facto, de jure, ex cathedra, in flagranti, in spe, pro rata

Hier ist nur die Getrenntschreibung möglich, da es sich um feste Verbindungen handelt, die oft mit Verbindungen der deutschen Sprache vergleichbar sind.

Zusammensetzungen von einem Adjektiv und einem Nomen, die aus dem Englischen stammen, werden wie in der Ursprungssprache getrennt geschrieben.

Beispiele: High Society, Electronic Banking, New Economy

Wenn die Betonung nur auf dem ersten Bestandteil liegen kann, ist dann auch die Zusammenschreibung möglich, wenn das Erstglied eines Kompositums ein Adjektiv oder ein Partizip ist. Schreibt man auseinander, dann wird aber auch der erste Bestandteil anders als bei entsprechenden deutschen Verbindungen (gekochte Wust) großgeschrieben, obwohl es sich um ein Adjektiv oder Partizip handelt.

Beispiele: das Corned Beef oder das Cornedbeef, der Soft Drink oder der Softdrink, das Happy End oder das Happyend, nur: High Society, Electronic Banking, New Economy

Auch wenn fremde Wortverbindungen eigentlich getrennt geschrieben werden, wird in einem Kompositum insgesamt nach den normalen Regeln (der Bindestrich wird zwischen allen Teilen von Wortzusammensetzungen verwendet, die Aneinanderreihungen oder Wortgruppen enthalten) mit Bindestrich geschrieben. Das erste Wort wird dann ebenfalls großgeschrieben; bei Zusammensetzungen mit fremdsprachigen adverbialen Fügungen werden allerdings Nomen auch in dieser Zusammensetzung weiterhin kleingeschrieben (s. o.: fremdsprachliche adverbiale Fügungen).

Beispiele: die De-facto-Anerkennung, der A-cappella-Chor (Zusammensetzungen mit fremdsprachlichen adverbialen Fügungen), das Electronic-Banking-Terminal

Bei Fremdwörtern aus dem Englischen, die aus einem Verb und einer Präposition oder einem Adverb bestehen, wird in der Regel die Bindestrichschreibung der Zusammenschreibung vorgezogen. Wird das Wort jedoch bereits im Englischen üblicherweise zusammengeschrieben, verzichtet man eher auf den Bindestrich. Im Deutschen sind dann aber jeweils beide Varianten richtig:

Beispiele: das Know-how oder das Knowhow, das Feedback oder das Feed-back

Aus anderen Sprachen stammende Verbindungen aus Substantiv und Substantiv, die sich im Deutschen grammatisch wie Zusammensetzungen verhalten, werden zusammengeschrieben.

Beispiele: Sexappeal, Sciencefiction

Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit oder zur Hervorhebung eines Bestandteils kann ein Bindestrich gesetzt werden.

Beispiele: Centre-Court oder Centrecourt, Callcenter oder Call-Center, Desktop-Publishing oder Desktoppublishing, Sex-Appeal oder Sexappeal, Science-Fiction oder Sciencefiction

Aus dem Englischen stammende Nomen, die sich aus einem Verb und einem Partikel zusammensetzen, werden mit Bindestrich geschrieben. Sie können auch zusammengeschrieben werden, wenn dies die Lesbarkeit nicht beeinträchtigt

Beispiele: Back-up oder Backup, Black-out oder Blackout, Count-down oder Countdown, aber nur: Make-up, Go-in (da ansonsten schlecht lesbar: Makeup, Goin)

8. Begriffserklärungen

Substantivkompositum
Kompositum (Wortzusammensetzung) mit einem Substantiv als letztem Bestandteil. Auch Substantivverbindung, Substantivzusammensetzung, zusammengesetztes Substantiv oder Nominalkompositum genannt. (Der Begriff Nominalkompositum kann auch für Verbindungen gebraucht werden, die insgesamt kein Substantiv bzw. keine Substantivierung sind, da der Begriff Nomen auch als zusammenfassende Bezeichnung für deklinierbare Wörter (Substantive und Adjektive) gebraucht wird.)

Substantivierung
Substantivierungen sind substantivisch gebrauchte Wörter, die eigentlich einer anderen Wortart entstammen. Es können auch mehrteilige Substantivierungen, auch mit Substantiven als Bestandteilen, gebildet werden. Wenn der letzte Teil ein Substantiv ist, handelt es sich um ein Substantivkompositum.

substantivisch
Das Substantiv betreffend, wie ein Substantiv oder als Substantiv gebraucht, durch ein Substantiv ausgedrückt; haupt- oder dingwörtlich. Kann also für Substantive genauso wie für substantivierte Wörter gebraucht werden.

9. Sonstiges

Adjektive, die nur prädikativ und adverbial gebraucht werden können, müssen (wenn sie vor dem Substantiv stehen sollen) mit dem Substantiv (bzw. dem substantivisch gebrauchten Wort) zusammen- bzw. mit Bindestrich geschrieben werden. Die (getrennte) attributive Verwendung ist nicht möglich.

Beispiele: die Gratis-Eintrittskarte, das Umsonst-Kommen (oder: Umsonstkommen)

Siehe auch: Der gratis SuperSnack für jeden ...

Bei Verbindungen wie Riesenangst oder Riesenauswahl steht Riesen- als verstärkender Zusatz und es muss mit dem Substantiv zusammengeschrieben werden. Eine attributive Verwendung ist nicht möglich, denn es handelt sich dabei nicht um ein Adjektiv (riesig), sondern um ein Kompositionsglied (Affixoid).

So schwer ist es doch gar nicht ... Auf den Erhalt der Zusammenschreibung in der deutschen Sprache!

Ruwen Schwerin am 11.12.10 | Kommentare (18) | Visits: 46241

Rubrik Sprach|regeln:

Sprache lebt von Regeln – und Regeln sind nicht immer einfach. Doch wenn man einen zweiten Blick riskiert, dann ist es oft gar nicht so schwer, den eigenen Texten ein korrektes Gewand zu geben. Wenn Rechtschreibregeln klar und übersichtlich daherkommen, dann ist mit deren Hilfe der fehlerlose Text meist nicht mehr gar so weit entfernt ...

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Kommentare

1  Isaa Busch -

wie soll man richtig schreiben:

1. Bürokommunikation- und organisation

oder

2. Bürokommunikation- und Organisation?

merci

Geschrieben von Isaa Busch - am May 20, 2011 1:13 PM

2  Ruwen Schwerin

Richtig ist hier nur Bürokommunikation und -organisation, da der gemeinsame Bestandteil Büro- nur im ersten zweigliedrigen Kompositum ausgeschrieben wird; stattdessen steht beim zweiten Kompositum anführend ein Ergänzungsbindestrich (für den ausgelassenen ersten Teil des ebenfalls zweigliedrigen Kompositums Büroorganisation). Die beiden angeführten Varianten sind falsch.

Grüße
Ruwen

Geschrieben von Ruwen Schwerin am July 5, 2011 9:41 PM

3  L. Niederau

Guten Tag,
wie sieht es mit Verbindungen von Wörtern aus anderen Sprachen und deutschen Wörern aus. Z. B. Racelette-Grill?
Ich würde dahin tendieren, solche Verbindungen immer durch Bindestrich zu trennen, finde aber keine Regel dazu.
Gibt es eine Regel?

Geschrieben von L. Niederau am February 8, 2012 10:53 AM

4  Ruwen Schwerin

Die Zusammenschreibung ist auch dann üblich und richtig, wenn ein oder alle Teile eines Substantivkompositums aus einer anderen Sprache stammen. Handelt es sich dagegen um lange, vielgliedrige oder einfach unübersichtliche Zusammensetzungen, kann ein Bindestrich gesetzt werden; und das ist bei substantivischen Zusammensetzungen mit einem oder mehreren fremdsprachigen Gliedern schnell der Fall. Raclettegrill würde ich allerdings, wie Raclettekäse, nicht dazuzählen. Wobei Raclette-Grill auch eine gangbare Schreibung ist, Racelette-Grill dagegen in keinem Fall. ;-)

Geschrieben von Ruwen Schwerin am February 8, 2012 8:51 PM

5  Chris

Ich habe schon gefühlt hundert Leute zu dem Thema befragt sowie Stunden und Tage im Internet nach einer Lösung gesucht - alles ohne Erfolg.
Daher nun hier meine Frage: Wie verhält es sich im Deutschen mit Substantiv-Konstruktionen, die durch das Wörtchen "als" verbunden sind?

Beispiel:

"Der Charakter der Gewohnheit als der zentralen Eigenschaft von Beziehungen ist trügerischer Natur."

Da sich die "zentrale Eigenschaft" auf die "Gewohnheit" bezieht, könnte man das ganze Kompositum "Gewohnheit als zentrale Eigenschaft von Beziehungen" durchdeklinieren. Da die "Gewohnheit" im Genitiv steht, muss der Rest ("der zentralen Eigenschaft von Beziehungen") also auch im Genitiv stehen. Der Satz klingt damit allerdings sehr umständlich, weshalb der alternative Vorschlag folgender wäre:

"Der Charakter der Gewohnheit als zentrale Eigenschaft von Beziehungen ist trügerischer Natur."

Die zugrundeliegende Regel wäre hier, derartige als-Verknüpfungen nicht durchzudeklinieren, sondern stets im Nominativ zu belassen.

Nun die Frage: Was ist richtig? Womöglich beides?

Geschrieben von Chris am September 11, 2012 6:21 PM

6  Julian von Heyl

Nein, meiner Meinung nach muss auch im zweiten Fall flektiert werden: "Der Charakter der Gewohnheit als zentraler Eigenschaft …"

Die beiden Beispiele würden sich dann nur in der Verwendung des bestimmten Artikels unterscheiden.

Solche Fragen und Antworten sind allerdings im Forum besser aufgehoben.

Geschrieben von Julian von Heyl am September 11, 2012 6:36 PM

7  Jonas Heisenberg

Wie beugt man zusammengesetzte Wörter mit Adjektiven?

Das Unterste-Schublade-Wort
des Unterste-Schublade-Worts -oder-
des Untersten-Schublade-Worts.

Geschrieben von Jonas Heisenberg am January 31, 2013 1:17 PM

8  mendax

Ich weiß, das Folgende ist nicht Hauptthema dieses Artikels, doch wird es in diesem (in der Einleitung) genannt und erweckt Widerwillen in mir: der Begriff "Kindsmutter". Denn mir drängt sich die Bedeutung als "kindische Mutter" auf ... wie etwa bei "Kindskopf", den ich als gleichsetzbar mit "kindischer Kopf" verstehe. Wäre hier nicht die Variante "Kindesmutter" ("des Kindes Mutter") zu bevorzugen (welche ich übrigens in etwa genauso oft zu hören bekomme wie die von mir abgelehnte Variante)?

Geschrieben von mendax am February 23, 2013 10:03 PM

9  Ruwen Schwerin

@ mendax: Ich würde auch die Variante Kindesmutter bevorzugen. Kindsmutter klingt meines Erachtens veraltet, nach Beamtendeutsch. Im Zusammenhang, nämlich zur Verdeutlichung der oft nicht durch Regeln bestimmbaren Verwendung von Fugenlauten im Deutschen und hier zur Abgrenzung von Kindmutter, erschien diese (neben Kindesmutter übliche) Schreibung jedoch passend.

Geschrieben von Ruwen Schwerin am March 26, 2013 8:50 PM

10  Ruwen Schwerin

@ Jonas Heisenberg: Sie sollten die Frage, wenn nicht schon geschehen und wenn Sie überhaupt noch auf der Suche nach einer Antwort sind, einfach mal im Forum dieser Website stellen. Da wird Ihnen sicher kompetent geholfen, ich kann es nur empfehlen.

In Kurzform: Ein Substantiv wird abhängig vom Kasus dekliniert. Genauer: seine Endung (und zwar nur diese, auch bei zusammengesetzten Substantiven).

Geschrieben von Ruwen Schwerin am March 26, 2013 9:16 PM

11  Faliya

"Adjektive, die nur prädikativ und adverbial gebraucht werden können, müssen (wenn sie vor dem Substantiv stehen sollen) mit dem Verb zusammen- bzw. mit Bindestrich geschrieben werden."

Was bedeutet hier "mit dem Verb"? Welches Verb? Heißt das, dass sie nur dann zusammengeschrieben werden können, wenn sie vor einem subtantivierten Verb stehen (wie bei Zusammenkommen), nicht aber, wenn sie vor "normalen" Substantiven stehen (Gratis-Probe)? Ist die Verwendung von Gratis + Substantiv also nur mit Bindestrich, oder auch zusammengeschrieben möglich?
Oder ist "mit dem Substantiv" gemeint? Das wird mir nicht so ganz klar.

Geschrieben von Faliya am August 3, 2013 1:28 PM

12  Ruwen Schwerin

Die Ausführungen beziehen sich tatsächlich nicht nur auf (substantivierte) Verben, sondern auf alle Substantive oder substantivisch gebrauchten Wörter (Substantivierungen). Ich habe den Satz entsprechend angepasst, danke für den Hinweis. Hinsichtlich der Bindestrichschreibung ergeben sich bei Zusammensetzungen mit prädikativ oder adverbial gebrauchten Adjektiven grundsätzlich keine Abweichungen.

Geschrieben von Ruwen Schwerin am August 8, 2013 12:13 AM

13  S Rueger

Interessante Rubrik.

Zu diesem Thema passt eine Anekdote aus London, wo mir jemand suggerierte, Deutsch wäre ja eine ausgesprochen grausame Sprache, was unschwer daran zu erkennen sei, dass die Sprache ein eigenes Wort für Kindsmord bereithielte. Meine Antwort war, dass dieses Wort genau wie das englische Child murder zusammengesetzt ist, nur eben ohne Leerzeichen; jedoch gäbe es im Deutschen keine Übersetzung von Signal failure --- der wohl häufigsten Ursache für Störungen im Londoner U-Bahnbetrieb.

Ich bin vor der Rechtschreibreform nach England ausgewandert und genieße seither den Luxus, über die meisten Grammatikregeln hinwegsehen zu können. Muttersprachler hier haben ihre ureigenen Schwierigkeiten mit Grammatik: mein Lieblingswitz nach Einführung eines Sprachtests für den Erwerb der britischen Nationalität ist die Forderung, dass jeder, der in diesem Test alle Punkte bekommt, sofort zurück nach Holland geschickt werden soll.

Die englische Grammatik ist deskriptiv, was es der Sprache erlaubt sich flotter und unbekümmerter den Bedürfnissen anzupassen als etwa die präskriptive deutsche Grammatik. Beides hat seine Vorteile, aber speziell in der Frage der substantivischen Zusammensetzungen bin ich vom übermäßig komplexen Regelwerk befremdet: "Bei Zusammensetzungen mit fremdsprachigen adverbialen Fügungen werden allerdings Nomen auch in dieser Zusammensetzung weiterhin kleingeschrieben?" Da würde etwas mehr Lockerung guttun! Immerhin handelt es sich sowohl bei Groß- und Kleinschreibung als auch bei Getrennt-, Bindestrich- und Zusammenschreibung um Regeln, die man beim Sprechen schwerlich hört. Sie haben deswegen keinen wirklichen Kommunikationsnutzen, mal von ihrer Trennschärfe abgesehen, die Bildung oder Regeltoleranz seiner Mitmenschen beurteilen zu können.

Ich frage mich ernsthaft, welchen Schaden die deutsche Sprache nähme, wenn diese Feinheiten dem Einzelnen überlassen blieben. Das funktoniert gut im Englischen, wo man zum Beispiel container ship, container-ship und containership zur gleichen Zeit findet. Zugegebenermaßen hat man sich auch hier auf manche Schreibweisen geeinigt, zB ist es klar, dass es football, lawn tennis, bathrobe und bath taps heissen muss, aber ich habe noch kein Bestreben gesehen, das in ein unnötig komplexes Regelwerk zu pressen. Nicht dass das Englische egalitär wäre. Die Wortwahl lässt die Klassenzugehörigkeit erkennen: nur Prinz Charles und Konsorten bringen es fertig, die gegenwärtige Flutkatastrophe in Somerset als ein "jolly good disaster" bezeichnen. Aber das ist ein anderes Thema.

Geschrieben von S Rueger am February 10, 2014 4:35 PM

14  Sabi

Hallo,

wie sieht denn die richtige Schreibweise bei substantivischen Komposita mit dem Refelxivpronomen "sich" aus?


Beispiel: Es entsteht ein Gefühl des Sichungerechtbehandeltfühlens .

-> das Sich - ungerecht - behandelt - fühlen
oder-> das Sichungerechtbehandeltfühlen?
Oder vielleicht gar in Anführungstrichen ?^^

Vielen Dank

Geschrieben von Sabi am April 25, 2014 6:50 PM

15  Wolfgang

@Sabi:
Es entsteht ein Gefühl des Sich-Ungerecht-Behandelt-Fühlens.

Die Länge und Sperrigkeit limitiert wahrscheinlich irgendwann, was noch praktisch zu handhaben ist. Komplexere Empfindungen wird man vielleicht nicht mehr in ein einziges, zusammengesetztes Wort zu pressen versuchen.

Geschrieben von Wolfgang am June 10, 2014 12:56 PM

16  Wolfgang

Aber hier noch einmal zurück zum Hauptartikel.
Diese Zerstückelung in Einzel Substantive beleidigt auch mein Sprachgefühl aufs Empfindlichste.
Als Ursache vermutet der Autor oben: "Es dürften unter anderem ein diffuses Missverständnis der Rechtschreibreform („man darf doch jetzt alles auseinanderschreiben“) und die gedankenlose Adaption von Regeln anderer Sprachen (insbesondere des Englischen) daran schuld sein, ...".

Meine Gedanken dazu:
1. Zu dem "diffusen Missverständnis" dürfte hinzukommen, dass die richtige Schreibung stark an subjektivem Stellenwert verloren hat. Spätestens nach der Rechtschreibreform flüchtet man sich aus der Überforderung, aber auch aus dem Eindruck von Beliegibkeit, Sinnlosigkeit und Widersprüchlichkeit von Regeln, zunehmend in Gleichgültigkeit gegenüber der Korrektheit der Schreibung. Aber ich meine, auch unabhängig von der Rechtschreibreform wird Sprache verloren, weil ihr Wert (z.B. im Zuge technologischer Entwicklung?) immer weniger erkannt wird.
2. Regeln werden zum Teil "gedankenlos aus anderen Sprachen adaptiert", okay. Eine speziell wichtige Rolle dürfte hier aber auch der stark angestiegene Gebrauch von Suchmaschinen spielen! Bei der computergestützten Suche ist es schlichtweg effektiver, Wortstücke einzugeben ("Fahrrad Verkauf") als das zusammengesetzte, korrekte Wort. Wenn dann Gleichgültigkeit gegenüber Schreibregeln oder Gedankenlosigkeit hinzukommt, dann entsteht Suchmaschinen Deutsch.

Oddr?

Geschrieben von Wolfgang am June 10, 2014 1:11 PM

17  Nicole

Ich bitte um Hilfestellung zu folgender Konstellation:

Werden Verben, wenn sie in einer Aufzählung substantivisch verwendet werden, groß oder klein geschrieben?

Beispiel:
Erstellen und überwachen der Vereinbarungen.
oder
Erstellen und Überwachen der Vereinbarungen.

Ich bin gespannt auf die Antwort.

Geschrieben von Nicole am July 22, 2014 1:28 PM

18  Wolfgang

Erstellen und Überwachen der Vereinbarungen.
Also groß, klare Sache.
Quelle: Mein Sprachgefühl ;-)

Geschrieben von Wolfgang am July 22, 2014 1:48 PM

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