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Word-Tipps

Tastenkombination für großes ß

Mittlerweile ist es offiziell: Das Eszett darf auch Großbuchstabe sein! Während wir Wörter wie Straße oder Fußball bislang in Großbuchstaben mit STRASSE und FUSSBALL umschreiben mussten, kann jetzt alternativ auch STRAẞE und FUẞBALL geschrieben werden. Der Unterschied zwischen Klein- und Großbuchstabe ist dabei – je nach Schriftart – gering, weshalb wir hier die beiden Varianten noch mal nebeneinander zeigen: ß ẞ. Das Zeichen ẞ ist etwas gedrungener, breiter und bauchiger. So passt es sich besser an die anderen Großbuchstaben an. Doch wie lässt sich das ẞ tippen? Für Word bietet es sich an, ein eigenes Tastaturkürzel festzulegen.

Tatsächlich gibt es sogar schon eine Tastenkombination, die unter Windows in allen Programmen funktioniert: AltGr+Shift+ß – also die AltGr-Taste (rechts neben der Leertaste) und die Umschalttaste gleichzeitig drücken und dann die Taste ß drücken. Allerdings ist diese Kombination recht mühsam zu greifen, weshalb es sinnvoll sein kann, sich sein eigenes Tastaturkürzel zu definieren.

Hierzu rufen Sie unter Word den Bereich Einfügen auf und klicken ganz rechts auf Symbol. Es erscheint ein kleines Pull-down-Menü mit den zuletzt verwendeten Symbolen. Hier wählen Sie den Menüpunkt Weitere Symbole.

word_eszett1.jpg

In der Dialogbox Symbol wählen Sie im Feld Zeichencode aus der Klappliste »Unicode (hex)« und geben dann »1E9E« ein. Daraufhin ist in der Liste der Symbole markiert. Klicken Sie nun auf Tastenkombination.

word_eszett2.jpg

Nun drücken Sie einfach die gewünschte Tastenkombination, mit der Sie zukünftig unter Word das Zeichen ẞ erzeugen möchten. Wir haben uns für Strg+Shift+ß entschieden. Mit einem Klick auf Zuordnen bestätigen Sie Ihre Wahl. Bitte beachten Sie, dass vorherige Zuordnungen dabei gelöscht werden (diese werden aber, falls vorhanden, in der Dialogbox angezeigt).

Julian von Heyl am 02.07.17 | Kommentare (9) | Visits: 9935

Rubrik Word-Tipps:

Textverarbeitung für Profis: Hier finden Sie nützliche Tipps und Tricks, die Ihnen die Arbeit mit dem Programm Microsoft Word erleichtern, aber auch zu allgemeinen typografischen Fragen.

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Kommentare

1  Michael

Hallo Julian,

bei mir (W7, Word 2010) erzeugt die Tastenkombination AltGr+Shift+ß das umgedrehte (spanische) Fragezeichen.
Und Du findest, dass Strg+Shift+ß leichter zu greifen ist? Hm. Während ich AltGr+Shift+ß zur Not noch mit einer Hand hinbekomme, muss ich für Deine Empfehlung den gesamten Arm noch deutlich weiter verdrehen ...

LG Michael

Geschrieben von Michael am 02.07.17 18:26

2  Julian von Heyl

Das ist natürlich je nach Tastatur und Tippgewohnheiten unterschiedlich, aber du kannst ja auch z. B. einfach Strg+ß festlegen. Die Kombination AltGr+Shift+ß gibt es wohl tatsächlich erst seit Windows 8.

Geschrieben von Julian von Heyl am 02.07.17 22:57

3  Tom Oskar Ortleb

Das "ß" gewaltsam zum Großbuchstaben aufzublähen, ist eine Designkatastrophe. Dieser unförmige Buchstabenklumpen wird fortan die schlichte Ästhetik jedes in Großbuchstaben gedruckten Wortes zerstören.

Geschrieben von Tom Oskar Ortleb am 25.07.17 07:53

4  Pit Pius Gröbel

Kann Herrn Oskar Ortleb nur zustimmen, der das gewaltsame Aufblähen des "ß" zum Großbuchstaben eine Designkatastrophe nennt. Als nicht weniger dramatisch werte ich, wie unmittelbar und bereitwillig dieser hilflose Schnellschuss einer Handvoll inkompetenter Sprachopportunisten von der Gilde der digital erleuchteten Trendjünger quittiert wird - folgsam, einsichtig und ganz im Sinne der Verursacher wird brav darüber parliert, welche Tastenkombination denn nun zu empfehlen sei, um das zu neuer Größe vergestaltigte "ß" sichtbar zu machen. Der unermüdlich betriebene Brainwash der Herren Zuckerberg & Co. und ihrer industriellen Unterstützer trägt längst reife Früchte - die kollektive weiche Birne ist unübersehbar.

Geschrieben von Pit Pius Gröbel am 26.07.17 18:17

5  Wolfgang

Dieses "ß", ob in Groß- oder Kleinschreibung, ist in der Praxis nur hinderlich und sollte ein für alle mal abgeschafft werden!!

Beispiel:
Ich habe in meinem Nachnamen ein "ß", das jetzt auch in meinem Personalausweis und in meinem Reisepass, wo der Name ja generell in Versalien geschrieben wird, als Großbuchstabe "ß" erscheint.
Es ist mir nun schon mehrfach passiert, dass dieses "ß" bei Flug- und Quartierbuchungen im Ausland, aber auch bei Internetbestellungen als Großbuchstabe "B" interpretiert wird. Das führt dann, z. B. bei der Passkontrolle, immer wieder zu Irritationen, misstrauischen Nachfragen etc.

Um das möglichst zu umgehen, schreibe ich, wo immer möglich, in solchen Fällen meinen Namen nach der bisherigen Regel mit "SS". Diese Regel sollte unbedingt beibehalten werden!!

Wir brauchen keinen Großbuchstaben "ß"!!!!

Geschrieben von Wolfgang am 09.08.17 17:35

6  Michael

@Wolfgang: Da muss ich Sie enttäuschen, Eigennamen sind von Rechtschreibregeln ausgenommen. Auch wenn man das ß in der deutschen Sprache abschaffen würde, würde es Ihrem Nachnamen erhalten bleiben. Da hilft nur heiraten und den Namen des/der Partners/Partnerin annehmen.

Geschrieben von Michael am 22.08.17 15:23

7  Jürgen

@Pit Pius Gröbel: Der Text liest sich sehr agressiv, schon beleidigend gegenüber Leuten, die "modernen" Veränderungen aufgeschlossener gegenüberstehen. Schade.

Bei neumodernem Kram, der mir nicht gefällt, habe ich mir eine gewisse Gelassenheit angewöhnt. Es hat sich regelmäßig gezeigt, dass ich mich entweder an die zuerst abgelehnte Änderung gewöhnt habe oder sie sogar gut fand, oder dass sie sich nicht durchgesetzt hat.

Mir missfällt das große "ß". Es ist aber auch nicht schön, ein Wort fälschlich mit "ss" schreiben zu müssen, nur weil Großbuchstaben gefordert sind. Und nun? Klar: Ganz ruhig abwarten.

Geschrieben von Jürgen am 08.09.17 08:25

8  Roman

Mein Prof in Germanistik meinte (vor 30 Jahren) zu ähnlichen Diskussionen, man sollte nicht so autoritätshörig sein und der Duden sei keine Bibel. Und mein Prof war eine Autorität in diesen Dingen!

Geschrieben von Roman am 06.10.17 17:09

9  Stephan Broda

Ich frage mich gerae, was "Textverarbeitung für Profis" bedeuten soll. Denn wer ein echter Profi ist, der verwendet doch bitte LaTeX anstelle von Microsoft Word.

Geschrieben von Stephan Broda am 01.11.17 20:46

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